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NECKBREAKER.de Online Zine - Germany - Album: EXISTENCE

29. march 2011

Bewertung: 9 / 10 
Anzahl der: Songs: 10 Spielzeit: 48:03 Label: Morbid Records Veröffentlichungstermin: 06.11.2010
Das Großherzogtum ist nicht sonderlich bekannt für Outputs in der (Death-)Metal-Szene. Dieses dürfte sich mit der bereits 1994 gegründeten Formation DESDEMONIA und ihrer ersten Auskopplung "Existence" deutlich ändern. Gleich im Erstlingswerk gehen die Luxemburger in die vollen und fahren ein ordentliches Brett. Auch einige Anklänge an Thrash werden immer wieder hörbar, was vor allem dem Old-School-Fan freuendürfte, der zu den Klängen ordentlich abschädelt. 
Allerdings: wer erwartet, dass die vier Musiker auf eingetretenen bzw. ausgelatschten Pfaden trampeln, dürfte angenehm überrascht feststellen, dass er sich irrt.
Schon der Opener überzeugt mit einem eingängigen Riff, und der einsetzende Sänger kann nach Belieben seine Stimme von einem bedrohlichen Kreischen zu einem tiefen, grindcore-artig fauchenden Grunzen variieren, das auch unter den "berühnmteren Kollegen" seines Gleichen sucht. 
In der Fahrtrichtung geht das Quartett um Frontmann Tom Dosser deutlich in Richtung Göteborg, die melodischen Parts stehen im Einklang mit der typischen Härte. Die Band spielt tight und ohne eine Reminiszenz an die Langeweile, wie sie einen im Death Metal durchaus auch mal befallen kann. 
Durch die ganzen 10 Songs halten DESDEMONIA das Tempo aufrecht, und vor allem merkt man, dass die Drums nicht von einer Platine stammen, sondern aus neuronalen Netzen aus biologischem Anbau. In der Schnelligkeit der Anschläge kommt der Drummer in seinen besten Parts einem gewissen Herrn Mounier von CRYPTOPSY nahe, auch dieser setzt seine Künste zuweilen (Achtung: Unwort!) "songdienlich" ein, kann sich also zurücknehmen, was aber nicht zu Lasten der Gesamtgestaltung geht. 
Auch die Gitarren werden erstaunlich präzise und stimmig eingesetzt, die trotz der Melodie herrschende musikalische Brutalität - die sich durch das gesamte Album zieht, eine bestimmte Atmosphäre aufrecht erhält.
Insgesamt gesehen ist "Existence" eine Scheibe, die für ein Erstlingswerk erstaunlich reif ist, in Dauerrotation gehört werden kann und niemals langweilig wird. Der Metzger meines Vertrauens würde sagen: ein gut abgehangenes Stück Musik, von dem man sich wünscht, sie auch mal live zu erleben.

 

©2017 Desdemonia
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